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Jubiläumsforum 2010

Das Forum für Heil- und Religionspädagogik feiert 10jähriges Bestehen.

Man muss sie in einer gemeinsamen Linie sehen: Das vormalige Würzburger Religionspädagogische Symposium (1988 – 1998) und das heutige Forum für Heil- und Religionspädagogik (2000 – 2010). In Zeiten eher kurzlebiger religionspädagogischer und bildungspolitischer Konzeptionen und ihrer Wandlungen hat die gemeinsame Initiative des Comenius-Instituts (CI), Münster, und des Deutschen Katecheten-Vereins (dkv) bisher eine geradlinig beharrliche Spur verfolgt. Und tut es noch. Denn in zweijährigem Turnus werden die Anliegen religiöser Bildung und Erziehung im Feld der Arbeit mit und für Menschen mit Behinderungen konsequent verfolgt, aufgearbeitet und aktualisiert. Und das in einem Rahmen, der Wissenschaft und Praxis, Schule, Gemeinde und Fortbildung ebenso übergreift wie er (z. T.) Sprach- und Ländergrenzen übersteigt. Wie dringlich, ja geradezu unverzichtbar diese feste Tagungsreihe angefragt ist, zeigt sich an der regelmäßigen Nachfrage der Teilnehmenden: stets um die 100 Personen und mehr. In diesem Jahr kamen Interessierte auch aus Österreich, Luxemburg und Ungarn. Diesmal lautete das Thema: " 'Und schuf dem Menschen ein Gegenüber ... ' – Im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Angewiesensein."

In seinem Festvortrag fragte Dr. Peter Radtke, Mitglied des Dt. Ethikrates, nach einem Dialog in asymmetrischen Beziehungen.
Frau Dr. Regine Ammicht-Quinn, Prof. für theol. Ethik in Tübingen, Mitglied des Bildungsrates des Landes Baden-Württemberg und Staatsrätin in Baden-Württemberg deckte die schleichende Ausgrenzung ganzer Menschengruppen in unserem gesellschaftlichen Bewusstseinsfeld auf und begründete die Bedeutung und unaufgebbare Qualität der Menschenwürde.
Prof. Dr. Bert Roebben, Dortmund, reflektierte religionspädagogische Konsequenzen zwischen Autonomie und Angewiesensein, großräumig ausgezogen von der spätmodernen Religiosität und den Aufgaben, "in der Gegenwart der religiösen Anderen" zu lehren und zu lernen, bis hin zu bildungspraktischen Ziellinien und Folgerungen in der Polarität von "Autonomie und Angewiesensein".

Wer zu Tagungen kommt, der erwartet sich solche thematische Reflexionen, die in den alltägliche Arbeitsfeldern eher entgleiten, wünscht sich aber auch praktische Umsetzungen in den Workshops, in denen sie zusammen mit erfahrenen Praktikern die angesprochenen Themen vertiefen, erweitern und mit neuen Anregungsmodellen füllen.
Auch hier kamen die TeilnehmerInnen auf ihre Kosten. "Ich habe viele neue Anregungen bekommen und gehe gestärkt in meinen Berufsalltag zurück", brachte eine Teilnehmerin die Stimmung vieler auf den Punkt.
Der bekannt qualitätvolle gastliche Rahmen des Katholisch-Sozialen Instituts (KSI) Bad Honnef bot seinerseits alles auf, die Veranstaltung zu einem höchst gelungenen Ereignis werden zu lassen.

Die Reihe geht weiter mit dem 7. Forum vom 18. – 20. April 2012, wiederum im KSI Bad Honnef, und im bewährten Verbund von CI und dkv.

Dr. Wilhelm Albrecht
© Forum für Heil- und Religionspädagogik 2011